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Ambulatorium Sonnenschein

Objekt

Ambulatorium Sonnenschein

Ort

3100 St. Pölten
Eichendorffstraße 48
St. Pölten (Stadt)
Mostviertel

Bautentyp

Gesundheit Soziales

Baustoffe

Stahl

Projektstatus

ausgeführt

Chronologie

Fertigstellung: 2005

ArchitektIn

Wolfgang Pfoser

Lage

48° 12' 42'' N
15° 36' 33'' E

Am Stadtrand von St. Pölten liegt ein ambulantes Kinderzentrum für Diagonose und Behandlung bei geistiger und körperlicher Behinderung, das Ambulatorium Sonnenschein.


Im Jahre 1995 von einem betroffenen Kindesvater gegründet, der heute als kaufmännischer Leiter fungiert, zeigte sich bald die Nachhaltigkeit der Institution. Der ursprünglichen provisorischen Unterbringung folgte 2004 ein Neubau, für den die Stadt St. Pölten ein Grundstück zur Verfügung stellte. Den ausgeschriebenen Wettbewerb entschied Wolfgang Pfoser für sich und sein Team. Die Idee konnte eins zu eins umgesetzt werden.
Nach außen präsentiert sich das Gebäude als metallverkleideter Eckkörper zwischen einer leistungsstarken Straße und einer Seitengasse. Durch Blockrandbebauung gelang es, die Nutzung von der Straße abzuschotten und zugleich eine große Freifläche zu schaffen. Der daraus resultierende ruhige und klimafreundliche Garten ist therapeutischen Zwecken gewidmet.
Das zweischenkelige Haus steigt dynamisch zur Mitte hin an: der Zentralbereich ist zweigeschossig, die Gebäudeflügel eingeschossig. Herzstück des Ambulatoriums ist der Gruppenraum. Die Innengestaltung vermittelt zugleich Offenheit wie Intimität. Ruhezonen für Eltern wurden am Rand der Therapieräume eingerichtet. Der wohnliche Charakter steht im Vordergrund. Die Räume sind funktionell, aber niemals steril. Die Orientierung innerhalb des Gebäudes fällt leicht, und zwischen den Besucher- und den Mitarbeiterwegen wurde – wie für medizinische Einrichtungen üblich – eine bewusste Trennung vollzogen. Bei der Farbgestaltung dominieren die Farben des Logos der Einrichtung: Beige und Orange. Der Einsatz von natürlichen Materialien und die Klimatisierung durch gezielten Einsatz von Speichermasse sowie Querdurchlüftung sorgen für entsprechend natürliches Klima.
Die Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Nutzer beginnt mit der behindertengerechten Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie adäquaten Parkplätzen und setzt sich in vielen Details fort. Der konzeptionelle Ansatz beruht auf dem Austausch mit den Erfahrungen betroffener Eltern. Der Architekt deklariert sich als Dienstleister. Mit seinem Beitrag garantiert Wolfgang Pfoser den jungen Patienten eine geschützte Atmosphäre bei der Förderung ihrer Entwicklung.

Text: Theresia Hauenfels